Katalog archivischer Dateiformate Version 5.0, Juli 2016

FFV1


Kategorie

Videoformate

Abkürzung

FFV1 oder FFmpeg Videocodec 1
.mkv
(FFV1-Datenstrom wird in der Regel in einem Matroska-Container verpackt)
fmt/569

Titel

FFV1 Video Codec

Versionen

aktuelle Version: 3 (2005)
vorhergehende Versionen: 1 (2003), 2 (2005)

Beschreibung

FFV1 oder FFmpeg Videocodec 1 ist ein verlustfreier intra-frame Videocodec (jedes Einzelbild wird komprimiert), der speziell für die Archivierung entwickelt wurde.

Er ist Teil der freien Codec-Sammlung libavcodec des Projektes FFmpeg und wurde von Michael Niedermayer entwickelt. FFV1 verwendet einerseits variable Lauflängenkodierung und arithmetisches Kodieren für die Komprimierung und ist damit recht ähnlich zu H.264/AVC. Er erreicht ähnliche Komprimierungsraten wie verlustfreies MJPEG2000 bei wesentlich bescheidenerem Rechenaufwand.

FFV1 ist ein reiner Bildcodec, Ton wird separat als WAV im Matroska-Container untergebracht. FFV1 unterstützt unterschiedliche Bildformate und Farbtiefen ohne Farbunterabtastung, zudem mehrere Farbräume (intern YCbCr für YUV Daten und JPEG 2000 RCT für RGB Daten).

Bewertung



Offenheit: 4

Das Format ist offengelegt, aber noch kein internationaler Standard, eine Standardisierung durch die Internet Engineering Task Force (IETF) ist geplant. Die Spezifikation wird von FFmpeg gepflegt.

Lizenzfreiheit: 4

Das Format ist Public Domain und explizit lizenzfrei.

Verbreitung: 1

FFV1 ist noch wenig verbreitet.

Funktionalitaet: 3

Gemessen an den Anforderungen an ein verlustfreies Archivformat ist FFV1 sehr funktional und verlangt verglichen mit MJPEG2000 erheblich weniger Rechenleistung.

Implementierung: 2

Er ist Teil der freien Codec-Sammlung libavcodec des Projektes FFmpeg. Es sind Player vorhanden für PC, Mac, Linux und Android.

Speicherdichte: 3

FFV1 erreicht ähnlich Komprimierungsraten wie verlustfreies MJPEG2000.

Verifizierbarkeit: 3

Durch Anwenden des FFV1 Codec auf den Video Stream lässt sich die korrekte Codierung verifizieren, Fehlertoleranz und automatisches Recovery in der Decodersoftware schwächt aber die Aussagekraft dieser Verifizierung. Es besteht aber zusätzlich die Möglichkeit einer Einzelframe-alidierung über entsprechende eingebettete Hashwerte.

Komplexitaet: 2

Durch das Fehlen von inter-frame und wavelet Komprimierung ist eine geringere Komplexität gegeben.

Selbstdokumentation: 3

Technische Metadaten für das Lesen der Datei sind jeweils im Frame Header eingebettet.
Es besteht die Möglichkeit, CRC-Checksummen in den Videodatenstrom einzubetten.

Best Practice: 1

Etliche Archivinstitutionen bezeichnen FFV1 als bevorzugtes Archivformat und wollen das Format künftig einsetzen.

Perspektive: 4

Im Prinzip gut, da das Format aus einem Archivhintergrund kommt. Es wird aber von keinem der Markführer im Bereich Video unterstützt.

Formatklasse: D

Es handelt sich noch um ein neues, speziell für die Archivierung entwickeltes Format.


Fazit

Wegen seiner Vorteile gegenüber anderen Videoformaten (verlustfreie intra-frame Kompression und offene Spezifikation) kommt FFV1 auf jeden Fall als Archivformat für Videodaten in Frage. Die Verbreitung und damit die Erfahrung mit dem Format sind heute aber noch sehr eingeschränkt. Allerdings arbeiten dieselben Leute daran, die auch FFMPG betreuen, insofern ist noch einiges im Hinblick auf Anwendungsfälle ausserhalb der Archive zu erwarten.

Referenz

FFV1 Video Codec Specification
http://www.ffmpeg.org/~michael/ffv1.html

Literatur

Library of Congress, Sustainability of Digital Formats: FF Video Codec 1
http://www.digitalpreservation.gov/formats/fdd/fdd000341.shtmlb
Wikipedia Artikel zu FFV1
https://en.wikipedia.org/wiki/FFV1

Verbindungen

MPEG-4

last update: claire.roethlisberger - Mon, 04 Jul 2016 [13:45:37]
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