Katalog archivischer Dateiformate (KaD, v2)

ODF


Kategorie

Textformate

Abkürzung

ODF
.odt
application/vnd.oasis.opendocument.text
fmt/135; fmt/136

Titel

Open Document Format

Version

aktuelle Version: 1.1 (2006)
vorhergehende Version: 1.0 (2005)
Version 1.2 ist in Arbeit

Beschreibung

ODF ist ein Office-Format, das auf dem Dateiformat des Open-Source-Office-Pakets OpenOffice.org und damit auf XML beruht. Ein ODF-Dokument ist ein ZIP-Ordner in der Struktur eines Java-Archive. Es enthält also eine Manifest-Datei mit Metadaten und verschiedene Dateien, in denen der Dokumentinhalt, eingebundene Objekte und weitere Metadaten abgelegt sind. Inhalt, Struktur und Layout des Dokuments sind dabei in XML-Dateien gespeichert.
Der ZIP Komprimierungalgorithmus ist offengelegt und frei zugänglich. ( http://www.info-zip.org/ )
Die Debatte über Vor- und Nachteile von ODF wird immer auch mit Blick auf OOXML geführt. Die Bewertung nimmt gelegentlich darauf Bezug.

Bewertung



Offenheit: 4

Das Format ist öffentlich publiziert. Die Spezifikation für ODF ist wesentlich kürzer als diejenige von OOXML (800 Seiten im Vergleich zu 6000 Seiten), was von einigen Autoren als Nachteil angesehen wird: Zu kurze Spezifikation erschwere das Erstellen von Software für das Format, ohne dass interpretiert werden muss, und die Gefahr besteht, nicht alle Funktionen wiedergeben zu können. Massgebend ist freilich die Qualität der Spezifikation.

Lizenzfreiheit: 4

Das Format enthält Patente. Diese sind für alle zukünftigen Versionen freigegeben, solange Sun (bzw. Oracle) mitarbeitet.
Die verwendeten Schriften sind nicht lizenzfrei, was bei der späteren Verwendung zu Problemen mit den Rechten führen könnte.

Verbreitung: 1

Das Format ist noch wenig verbreitet.

Funktionalitaet: 4

OpenOffice kann Dutzende gängiger und obsoleter Textverarbeitungsformate in ODF konvertieren. Das Format kann auch eingebettete Objekte in anderen Dateiformaten enthalten.

Implementierung: 3

ODF ist das native Format von OpenOffice und seinen Derivaten. Seit 2009 kann auch MS Office Dokumente in ODF erzeugen.

Speicherdichte: 3

Durch den Einsatz von ZIP-Komprimierung wird eine relativ hohe Speicherdichte erreicht.

Best practice: 2

Das Format wird als Archivformat in Erwägung gezogen, insbesondere im Fall, dass es als Ursprungsformat in der Verwaltung verwendet wird.

Perspektive: 3

Die Perspektiven für die Verbreitung von ODF sind durchzogen. Einige Autoren bezweifeln, dass sich das Format trotz Unterstützung einiger Verwaltungen durchsetzen kann angesichts der Konkurrenz von OOXML und der Marktmacht von Microsoft. Da jedoch eine grosse und breit abgestützte Community an diesem Format arbeitet, sind die allgemeinen Zukunftsperspektiven günstig.

Formatklasse: C

Es handelt sich um ein Format, das aus archivischer Sicht interessant ist. Falls es eine gewisse Verbreitung erreicht, kann es als Archivformat gewählt werden.


Fazit

Dieses Format ist für die Archive interessant, speziell wenn die Dateien bereits in diesem Format vorliegen. Diese sind dann ohne Konvertierung archivtauglich.

Referenz

ODF:
ISO/IEC 26300:2006: Information technology — Open Document Format for Office Applications (OpenDocument) v1.0
http://www.iso.org/iso/iso_catalogue/catalogue_tc/catalogue_detail.htm?csnumber=43485
[kostenpflichtig]
http://std.dkuug.dk/keld/iso26300-odf/
[frei erhältlich]
OASIS: OpenDocument 1.1
http://docs.oasis-open.org/office/v1.1/OS/OpenDocument-v1.1.pdf

Literatur

http://en.wikipedia.org/wiki/OpenDocument
Zum Disput der Standards: (Publikation Government Computer News, USA)
http://www.gcn.com/print/26_16/44604-1.html
Zu OpenOffice:
http://de.openoffice.org/

Verbindungen

OOXML