Katalog archivischer Dateiformate Version 5.0, Juli 2016

Offenheit



Langzeitarchivierung digitaler Daten beinhaltet nicht nur die stabile Aufbewahrung einmal archivierter Bitströme. Ebenso wichtig ist, dass die zum Verständnis dieser Bitströme notwendigen syntaktischen und semantischen Informationen mit erhalten werden. Diese Metainformationen erlauben es, die inhaltliche Struktur der Daten zu lesen und deren ursprüngliche Erscheinungsform wieder herzustellen. Zu diesen Metainformationen gehört die Spezifikation des Dateiformates. Auf Grund der Spezifikationen muss es möglich sein, einen Rendering Agent (ein Programm zum Lesen und Interpretieren der Daten) zu entwickeln. Die Offenheit der Spezifikation trägt entscheidend dazu bei, dass die im entsprechenden Format codierte Information am Ende des Lebenszyklus auch wieder ausgelesen und in ein anderes Format migriert werden kann.
Das Kriterium verlangt nicht, dass die Spezifikation kostenfrei erhältlich sein muss, auch wenn dies wünschenswert ist. Es bleibt dem Archiv überlassen, ob es eine Kopie der Spezifikation selber aufbewahrt oder ob es sich darauf verlässt, dass diese auch in Zukunft extern erhältlich sein wird. Für die im KOST-Formatkatalog ausgewählten Formate bewahrt die KOST eine Kopie der Spezifikation auf.
last update: georg.buechler - Tue, 22 Jan 2013 [15:42:18]
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