Katalog archivischer Dateiformate Version 5.0, Juli 2016

PDF


Kategorie

Textformate

Abkürzung

PDF
.pdf
application/pdf
fmt/14; fmt/15; fmt/16; fmt/17; fmt/18; fmt/19; fmt/20; fmt/276

Titel

Portable Document Format

Version

aktuelle Version: 1.7 (2006), respektive ISO 32000-1:2008
vorhergehende Versionen: 1.0 (1993), 1.1 (1994), 1.2 (1996), 1.3 (1999), 1.4 (2001), 1.5 (2003), 1.6 (2005)

Beschreibung

Das Portable Document Format (PDF) ist ein plattformübergreifendes Dateiformat für Dokumente. PDF ist als Speicher- und Austauschformat weit verbreitet und beliebt. Es bedient sich einer vektorbasierten Seitenbeschreibungssprache (Weiterentwicklung von PostScript), die die freie Skalierbarkeit der Darstellung erlaubt.

Bewertung



Offenheit: 4

Das Portable Document Format (PDF) wurde von Adobe Systems entwickelt und im PDF Reference Manual offengelegt. PDF 1.7 wurde im Juli 2008 als ISO 32000-1 standardisiert. Zukünftige Versionen von PDF werden nicht mehr von Adobe, sondern im ISO-Standardisierungsprozess erarbeitet.

Lizenzfreiheit: 2

PDF ist lizenzfrei, die Lizenzfrage ist für verwendete Schriften oder Kompressionsalgorithmen zu klären (siehe dazu http://www.itcfonts.com/About ).

Verbreitung: 4

PDF existiert seit 1993 und ist weit verbreitet. Seit Oktober 2006 ist Version 1.7 aktuell. Es gibt zahlreiche Tools auf verschiedenen Plattformen zur Konvertierung von Textformaten nach PDF.

Funktionalitaet: 3

Alle üblichen Formate dieser Kategorie können ohne Inhaltsverlust nach PDF konvertiert werden. Dateiinhalte lassen sich durch Volltextsuche auffinden.
Das Layout kann originalgetreu erhalten werden, wenn sichergestellt ist, dass die Schriften und Farbräume verfügbar sind (z.B. durch Einbettung bei der PDF-Generierung).
Neben einer Struktur können PDF-Dokumente interaktive Elemente wie Lesezeichen, Kommentare oder Formularfelder sowie Audio- / Videoobjekte, Transparenz, Ebenen, JavaScripts und integrierte Dateien enthalten.
Aus PDF-Dokumenten lassen sich Textpassagen, Tabellen und Grafiken (auch Ausschnitte davon) durch Kopieren in andere Anwendungsprogramme einfügen und weiterverarbeiten.

Implementierung: 3

Es stehen zahlreiche Werkzeuge zum Konvertieren diverser Formate nach PDF zur Verfügung. Beispiele sind PDFlib, PDF-Writer, Acrobat Distiller, Office 2010. Als Anzeigetool stellt u.a. Adobe Systems den Adobe Reader zum kostenlosen Gebrauch zur Verfügung und entwickelt diesen laufend weiter. Es existieren eine Vielzahl von PDF-Viewern.

Speicherdichte: 4

PDF hat in der Regel einen relativ geringen Speicherbedarf. Durch Kompression können PDF-Dateien verdichtet werden; siehe dazu aber die Überlegungen zur Datenkompression.

Verifizierbarkeit: 4

Die Erkennung ist nicht nur durch die Extension, sondern auch über die entsprechende Bytesequenz möglich. Spezielle Validatoren existieren zu den neusten Versionen.

Best Practice: 2

PDF ist ein beliebtes Speicher- und Datenaustauschformat und ist in den Verwaltungen verbreitet. Dokumente werden in dieses Format konvertiert, sobald sie definitiv sind und nicht mehr geändert werden. Es werden in der Regel die aktuellen Versionen von PDF verwendet. Diese können Funktionalitäten beinhalten, die aus Sicht der Langzeitarchivierung wenig geeignet sind; z.B. JavaScript und Verschlüsselung.
In den Archiven sind wegen der Bevorzugung von PDF/A nur in geringem Umfang PDF-Dateien übernommen worden.

Perspektive: 1

Der weiterhin verbreitete Einsatz von PDF, aber auch die ständige Weiterentwicklung sind abzusehen. In Office 2010 von Microsoft z.B. lassen sich Dokumente direkt im PDF-Format speichern. In den neueren Versionen von PDF sind etliche patent- und lizenzrechtliche Erweiterungen und aus archivischer Sicht problematische Funktionalitäten eingebaut.

Formatklasse: B

Das Format ist flächendeckend im Gebrauch.


Fazit

PDF eignet sich grundsätzlich als Archivierungsformat. Zu beachten sind jedoch mögliche Probleme mit speziellen Funktionalitäten und eingebetteten Objekten. Deshalb ist für die Archivierung wenn immer möglich PDF/A zu bevorzugen. Für Dokumente mit archivwürdigem Layout sollte zudem darauf geachtet werden, dass alle Inhalte, insbesondere auch Bilder, Schriften und Farbräume, eingebettet werden. Zurückhaltung ist geboten beim Einsatz problematischer Funktionalität wie z.B. JavaScript, integrierte Dateien, Ton- oder Videoreproduktion.

Referenz

ISO 32000-1:2008
Document management — Portable document format — Part 1: PDF 1.7
http://www.iso.org/iso/iso_catalogue/catalogue_tc/catalogue_detail.htm?csnumber=51502
[kostenpflichtig]
Adobe (ed.)
PDF Reference
http://www.adobe.com/devnet/pdf/pdf_reference.html
[kostenfrei]

Literatur

Adobe PDF-Seite
http://www.adobe.com/pdf/
Wikipedia: Portable Document Format
http://de.wikipedia.org/wiki/Portable_Document_Format
PDF Tools AG (ed)
White Paper: PDF. Die Grundlagen
http://www.pdf-tools.com/public/downloads/whitepapers/Whitepaper-PDF-Grundlagen-DE.pdf
Parker, Nick; Bouloc, Michel; Rouchon, Olivier
Guide méthodologique. Le format de fichiers PDF
2012
http://www.tge-adonis.fr/sites/default/files/ressourcesdoc/guide_format_fichiers_pdf.pdf

Verbindungen

PDF/A-1, PDF/A-2, PDF/A-3

last update: georg.buechler - Mon, 15 Apr 2013 [15:53:52]
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